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Partnerschaftliches Denken, Unternehmergeist und Innovationen – das sind die drei Erfolgsfaktoren für den neuen BAT Austria-Geschäftsführer Roland Rausch.

„Wir reden nicht nur, wir handeln“

16.10.2017

Roland Rausch, Geschäftsführer von BAT Austria, will das partnerschaftliche Denken auch weiterhin in die Tat umsetzen. Warum er Innovation für überlebenswichtig hält, verrät er im Filterlos-Interview.

Filterlos: Herr Rausch, Sie leiten seit einigen Monaten die Geschicke von BAT in Österreich. Wie gut haben Sie vor Ihrem Amtsantritt den österreichischenTabakmarkt gekannt, seit wann sind Sie bei BAT und wie haben Sie es geschafft, in so jungen Jahren bereits mit dieser verantwortungsvollen Aufgabe betraut zu werden?

Roland Rausch: In Österreich bewirbt man sich mit 31 für den Bundeskanzler, so gesehen ist 41 nicht mehr ganz so jung. Spaß beiseite: Entscheidend ist, was jemand kann und erreicht und nicht, wie alt man ist. Ich freue mich sehr, BAT Österreich als Geschäftsführer in den nächsten, für die Branche spannenden und richtungsweisenden Jahren zu führen. Das sehe ich als verantwortungsvolle Aufgabe gegenüber BAT, meinem Team und dem österreichischen Markt.

Filterlos: Was waren in Ihren 10 Jahren bei BAT Ihre spannendsten Aufgaben?

Rausch: Ich fand jede Aufgabe extrem spannend. Die wichtigsten waren sicher der Vertrieb, die Entwicklung internationaler Markenstrategien und Produktinnovationen oder der Aufbau des Headquarters für den globalen Travel Retail. Jetzt freue ich mich, nach Deutschland, Schweiz und England, wieder daheim zu sein.

Filterlos: Mit welchen Zielen haben Sie Ihre neue Funktion angetreten, welche Schritte haben Sie bereits gesetzt und was steht noch bevor?

Rausch: Ich arbeite auf Basis von drei Zielen: Erstes Ziel ist die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Trafikanten - nicht als Schlagwort, sondern als ernstgemeintes Angebot. Ziel zwei ist, das unternehmerische Denken zu stärken. Wir alle sind Unternehmer. Es kann nicht immer eine Meinung geben, aber einen faktenbasierten und respektvollen Dialog. Drittes Ziel ist, die richtigen Angebote für unsere Konsumenten zu haben.

Filterlos: Woran erkennt man bei BAT bereits Ihre persönliche Handschrift?

Rausch: Über den drei genannten Zielen steht für mich ganz wichtig das Handeln. Wir reden nicht nur, wir handeln auch danach. Das haben wir mit unserem Stand auf der Feuer&Rauch und dem 7. BAT Trafikanten-Award erst vor kurzem einmal mehr unter Beweis gestellt - ein klares Commitment zum österreichischen Markt, zum Tabakeinzelhandelsmonopol und zur partnerschaftlichen Zusammenarbeit. Mit mir kann man über alles reden, solange gegenseitiger Respekt und der Wille, etwas konstruktiv zu verbessern, gegeben sind.

Filterlos: Wie ist Ihr Arbeitsstil, auf welche Resonanz stößt Ihre Amtsführung bei den Mitarbeitern?

Rausch: Das müssen Sie meine Mitarbeiter fragen. Ich arbeite jedenfalls sehr gerne mit ihnen. Sie sind kompetent, lösungsorientiert und mit Begeisterung an der Sache, was die Erfolge am Markt auch zeigen. Wir sind ein Team und keine Einzelkämpfer. Ich verlange Loyalität und Eigenverantwortung - und es muss Spaßmachen. Sie sehen, wir passen ganz gut zusammen.

Filterlos: Der Tabakmarkt ist durch immer striktere Reglementierungen zuletzt in die Schlagzeilen und in die Defensive geraten. Wie schwer fälltes da einem Konzern wie BAT, noch eigenständige Akzente zu setzen, um die Präsenz auf dem Markt zu verbessern?

Rausch: Ich komme ursprünglich aus dem Marketing und Vertrieb, dort liegt letztlich auch der Schlüssel zum Erfolg. Wer die richtigen Angebote für die Kunden hat, hat die Nase vorn. Wer in der Tabakbranche auf Innovationen setzt und investiert, investiert in die Zukunft. Und ich setze auf die Zusammenarbeit mit den Handelspartnern. Ich bin stolz, dass BAT Österreich mit der Lucky Strike Click-2Flow auf der Messe eine Weltneuheit präsentiert hat.

Filterlos: Apropos Messe: Die Feuer&Rauch wurde mit Spannung erwartet, BAT war als einziger der vier großen Tabakhersteller mit einem Stand vertreten, was Ihnen viele Trafikanten hoch anrechnen. Ihr Resümee?

Rausch: Für uns war von Anfang an klar, dass wir ausstellen, und es war absolut die richtige Entscheidung! Wir dürfen uns unser Branchenhighlight nicht nehmen lassen. Wie ich schon oft gesagt habe: Eine Branche zeigt ihre Stärke in der Geschlossenheit. Je stärker der Gegenwind wird, umso stärker müssen wir diese Geschlossenheit auch nach außen zeigen.

Filterlos: Von Geschlossenheit war aber wenig zu sehen...

Rausch: Da soll sich jeder selbst seine Meinung bilden. Ich denke, dass ein Neustart oft gut und wichtig ist. Mein Ansatz: Gutes bewahren und gleichzeitig offen für Neues sein. Ein bisserl mehr Mut täte unserer Branche gut.

Filterlos: Die bei der Messe präsentierte neue Click2Flow soll als Weltpremiere in Österreich für neue Akzente sorgen. Wie sind die ersten Erfahrungen seit der Markteinführung?

Rausch: Es ist zu früh, um etwas sagen zu können. Aber die Erstbestellungen waren sehr gut. Das zeigt, dass auch die Trafikanten an das Produkt glauben. Der Konsument von heute will unterhalten werden, wir brauchen einen Schulterschluss von Hersteller und Trafikanten. Es hat keinen Sinn, neue Produkte zu entwickeln und auf den Markt zu bringen, wenn sie dann nicht angeboten werden.

Filterlos: Stichwort Zukunft: Welche Ideen darf man sich von BAT Austria künftig noch erwarten, um Terrain auf die Mitbewerberschaft aufzuholen?

Rausch: BAT ist laut Nielsen derzeit das am stärksten wachsende Tabakunternehmen in Österreich. Weltweit sind wir inzwischen die Nummer 1. Wir investieren jährlich Millionen in die Forschung, um unseren Kunden Innovationen zu bieten. Für mein Team und mich ist es der Anspruch, immer "ein Stück mehr" zu tun. Das trägt Früchte und motiviert uns.

Filterlos: Langfristig gesehen: Welche Chancen haben Tabakkonzerne und Trafikanten noch angesichts immer größerer Bemühungen der nationalen und internationalen Politik, das Rauchen generell zu ächten?

Rausch: Die Tabakbranche entwickelt sich weiter. Denken Sie nur daran, wieviel sich in jüngster Zeit getan hat. Das hatte sich niemand vorgestellt: Additive Free, Kapsel, Flow Filter - BAT war und ist in Österreich definitiv ein Innovationsmotor. Die nächste Generation sind die Heat-not-Burn-Produkte: weniger gesundheitsschädlich, technologisch attraktiv und vom Rauchgefühl nahe an der klassischen Zigarette. Glo, unser neuerstesTHP-Produkt, wurde gerade in derSchweiz gelauncht. Unser Kerngeschäft ist und bleibt die klassische Zigarette, aber wir investieren auch in die Zukunft und damit auch in die Zukunft der Trafikanten. Die Herausforderung ist der zukünftige rechtliche und steuerliche Rahmen. Auch dafür brauchen wir ein partnerschaftliches Miteinander.

Filterlos: Was die Trafikanten interessiert: Plant BAT, die bevorstehende neuerliche Tabaksteuererhöhung über höhere Preise an die Konsumenten weiterzugeben und so auch die Margen der Trafikanten zu verbessern?

Rausch: Über Preisbildung darf und werde ich nicht sprechen. Was ich für BAT sagen kann ist, dass wir die Ertragssituation für die Branche so rasch wie möglich nachhaltig verbessern wollen. Die Steueranpassung, die wir gemeinsam erreicht haben, ist ein wichtiger Schritt. Diese gilt es auf die nächsten drei Jahre zu verlängern, um Planungssicherheit und langfristige Ertragsverbesserung zu schaffen.

Filterlos: Zuletzt noch Persönliches: Wer ist Roland Rausch, wie sieht ein gelungenes Wochenende aus

Rausch: Das Wochenende gehört meiner Frau und unserem Hund Nero. Wenn es Zeit und Wetter erlauben, fahre ich mit dem Auto oder Motorrad in die Natur, manchmal auch auf Rennstrecken. Da reizt mich die Kombination aus Geschwindigkeit, Konzentration und Wettbewerb.

Filterlos: Ein bisschen wie im Job also?

Rausch: Ja, stimmt. Da haben Sie Recht.(lacht).

Interview: Wolfgang Maget