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Copyright: tobaccoland
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Die milde Rocky Partel Vintage 2003 Cameroon aus Honduras und einem Deckblatt aus Kamerun schaffte es ebenso zur Zigarre des Monats wie die kräftige, holzige Perdomo Nicaragua Bourbon Barrel-Aged Sungrown.

Copyright: DanCzek
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Don Tomas wiederum zählt ohnedies zu den bekanntesten und preisgünstigsten Zigarren aus Honduras. Die San Lotano Oval in der ovalen Form ist ein Beispiel für vielseitige Innovationen aus Nicaragua.

Copyright: tobaccoland, DanCzek
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Beide Länder bringen vielfältige Zigarrenlinien hervor, die international mehrfach ausgezeichnet wurden, wie etwa die Cao Osa aus Honduras

Günstig und gut

17.10.2017

Zigarren aus Nicaragua und Honduras rühmen sich bester Qualität und sie sind dazu außerdem noch preisgünstig erhältlich. Daher gibt es auch in Österreich laufend mehr Prdukte aus diesen beiden Ländern.

Es sind drei Rahmenbedingungen, die den Geschmackeiner Zigarre bestimmen: die Bodenbeschaffenheit, die klimatischen Verhältnisse und die Qualität der Herstellung. "In Nicaragua und Honduras treffen alle diese Faktoren auf bestem Niveau zusammen und es ergeben sich Zigarren mit einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Selbst gute Longfiller sind preislich oft unschlagbar", erklärt Maria Dax, Verkaufsleiterin DanCzek Austria die Ursache, warum sich Zigarren aus diesem beiden Ländern stets steigender Beliebtheit erfreuen. Und Patrick Baara, Category Manager, tobaccoland, ergänzt: "Insbesondere die rote, nährstoffreiche Vulkanerde macht die Böden und damit die Zigarren aus Nicaragua einzigartig. Dazu kommt ein feuchtes, heißes Klima, das würzige Tabakblätter bedingt", so der Experte, der ebenfalls das Preisargument hervorhebt: "Im Durchschnitt 10 Euro kostet eine gute Premiumzigarre."

Ein Plus bei Stärke und Aroma

Dabei war es zunächst gar nicht einfach gegen den Tabakriesen Kuba und die immer stärker werdende Dominikanische Republik zu bestehen. In den 2000er-Jahren hatten jedoch die Kubaner immer wieder mit Qualitätsproblemen zu kämpfen. Das war die Chance für Nicaragua, einem Land, dem Kenner regelmäßig in Sachen Aroma und Stärke des Tabaks die größte Ähnlichkeit mit Kuba zugestehen, sich zu beweisen. Der Tabakanbau hatte schon eine lange Tradition. Bereits in den 1960er-Jahren sind im Zuge der Revolution einige kubanische Tabakbauern nach Mittelamerika geflohen und haben in ihrer neuen Heimat ihr Wissen zur Verfügung gestellt. Von der Auswahl her bietet Nicaragua teilweise sogar eine größere Bandbreite als Kuba. Zu den bekanntesten Marken gehören beispielsweise Flor de Nicaragua, Olivia, Perdomo oder Joya de Nicaragua, welche bezüglich Qualität den Havannas fast ebenbürtig ist, wie Kenner meinen.

Die milden Alternativen

Während Nicaragua die Alternative für Kuba ist, ist Honduras mit den Zigarren aus der Dominikanischen Republik vergleichbar. Sie gelten als eher mild mit floralem Aroma. Wegen dem milden Tabak werden kaum Puros hergestellt, sondern auch Blätter aus anderen Ländern in den Zigarren verarbeitet. Ähnlich wie in Nicaragua waren es auch in Honduras Auswanderer aus Kuba, welche die Zigarren-Produktion erst richtig anfachten, auch wenn schon viel früher Tabak angebaut wurde. Hier war es in den 1970er-Jahren Zino Davidoff, der vor allem in der Dominikanischen Republik seine Fabriken hatte, der aber seine Marke Zino in Honduras produzieren ließ und damit diesem Land einen Namen in Sachen Zigarren gab. Heute sind es Marken wir Flor de Selva, Flor de Copan oder Camacho, die mit Zigarrenqualität aus Honduras verbunden werden.

Technologische Vorreiter

Um die Qualität aufrecht zu erhalten, ist Ressourcen schonendes Arbeiten wichtig. Technik und Fortschritt hielten daher vergleichsweise rasch Einzug. Vorreiter waren die Nicaraguaner etwa bei der automatischen Bewässerung der Tabakpflanzen. "Sie haben frühzeitig erkannt, dass das Wassertragen mit Kübeln Wasserverschwendung ist und haben umgestellt", so Baara, der aber vor allem auf die aktuelle Innovation aus Mittelamerika hinweist: "Heute ist die Plasencia Reserva Organica die weltweit erste Zigarre, die komplett mit Tabaken aus zertifiziertem organischen Anbau in Nicaragua hergestellt wird."

Wirtschaftsfaktor Tabak

Sowohl für Honduras als auch für Nicaragua gilt: Neben Kaffee, Zucker, Rum und Baumwolle gehören Tabak und Zigarren mittlerweile zu den wichtigsten Exportgütern und sichern zehntausende Arbeitsplätze - besonders profitiert die Grenzregion zwischen Nicaragua und Honduras. Im Jahr 2013 wurden beispielsweise nicaraguanische Zigarren im Wert von rund 45 Millionen US-Dollar exportiert. Damit sind Zigarren zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor geworden.

Reise durch die Fabrik

Auch wenn dies anderen Orten ebenfalls passiert: In Nicaragua werden für Händler regelmäßig Factory Touren angeboten. "Das bedeutet, dass von der Samenproduktion angefangen bis zur Gewinnung des Tabaks, alles erklärt wird und angesehen werden kann", erklärt Patrick Baara, tobaccoland, der vor einiger Zeit eine solche umfassende Schulung vor Ort in Anspruch genommen hat. Besonders beeindruckend ist die viele Handarbeit, mit der die Entstehung der Zigarre verbunden ist. Auch der Aufwand, der bei der Aufzucht des Tabaks betrieben wird, erstaunt manchen Besucher, sogar erfahrene Händler.

Kurz & bündig

Die Besonderheiten in den Regionen:

Honduras: Die Zigarren haben einen volleren Körper, sie sind mild bis floral; häufig Deckblätter aus anderen Regionen, vor allem aus der Dominikanischen Republik.

Marken: von Flor de Selva, Flor de Copan, Maria Mancini, Camacho, Excalibur

Hersteller: Davidoff, Villazon, Rocky Patel

Nicaragua: Es handelt sich um Zigarren mit einem mittelvollen bis vollen Körper. Sie sind aromatisch und pfeffrig mit einem Geschmack von Holz und Erde.

Marken: von Joya de Nicaragua, Casa de Nicaragua, Casa de Torres, Perdomo, Davidoff Nicaruagua Diadema

Hersteller: Plasencia, Padron, Drew Estate

Besonderheit: Die erste organische Zigarre stammt aus Nicaragua. Die Plasencia Reserva Organica. Sie schmeckt leicht süßlich, mittelkräftig und ihr wird eine große Aromenvielfalt zugestanden. Aber Achtung: Wer sich keine Zeit lässt, den bestraft die Zigarre mit einem schärfer werdenden Geschmack.

Starke Neuheiten am Markt

Eine Neuheit aus Nicaragua ist die Almo Fuerte Serie, die ab November über tobaccoland auch in Österreich vertrieben werden wird. Der Hersteller, die Familie Plasencias, ist zwar einer der größten Tabak- und Zigarrenproduzenten der Welt, hat jedoch unter eigenen Namen bisher nur wenige Produkte auf den Markt gebracht. Das soll sich nun mit den fünf "Alma-Serien" ändern: Alma Fuerte, Alma del Campo, Alma del Rio, Alma del Cielo und Alma del Fuego. Alma ist die Seele und das heißt, dass diese Zigarren die Seele der familieneigenen Zigarrenproduktion darstellen. Alle Tabake für die Alma Zigarren wurden auf familieneigenen Plantagen gezogen. Fuerte wiederum bedeutet Stärke, womit klar angesprochen ist, dass es sich hierbei um eine After-Dinner-Zigarre handelt. Unter sämtlichen Produkten möchte Patrick Baara eine hervorheben: "Bei der Almo Fuerte Sixto wird die Zigarre mindestens sechs Monate in einer Wabenform gepresst, sodass diese letztlich das sechseckige Format erhält. Das ist einzigartig. Dass dabei die Qualität stimmt, ist selbstverständlich." Das Hexagon sei zudem einfach die perfekte Form der Natur, man solle nur einmal an Honigwaben denken. Positiv für den Abbrand sei diese Form außerdem. Die Plasencia Alma Fuerte Serie wird ergänzt durch die Produkte Nestor IV Toround Generation V Salomon. Die Zigarre ist seit einigen Monaten in den USA und in Deutschland erhältlich und erhält regelmäßig beste Rankings. Ab Beginn 2018 wird die nächste Serie, die Alma del Campo, in Österreich verkauft werden.