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Copyright: JTI Austria
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Silvia Polan: „Es ist eine Herausforderung, für ein Unternehmen zu kommunizieren, das in seiner Kommunikation per Gesetz eingeschränkt ist.“

Feingefühl und Diplomatie gefragt

15.11.2017

Silvia Polan, neue Kommunikationschefin bei JTI Austria, über österreichische Eigenheiten, Nachhaltigkeit im Unternehmen und die Herausforderungen, eine kontroverse Branche zu kommunizieren.

Filterlos: Frau Polan, Sie sind seit Kurzem bei JTI als Corporate Affairs & Communication Manager tätig. Können Sie uns einen Überblick über Ihren Werdegang geben?

Silvia Polan: Vor JTI war ich sieben Jahre in einem börsennotierten Versicherungskonzern in der Unternehmenskommunikation. Für mich ist es spannend, nach der Zeit in einer Konzernzentrale jetzt die Perspektive zu wechseln und in einem operativen Markt zu arbeiten. Dass es in Richtung Kommunikation gehen wird, habe ich schon während meines Studiums nach einem Praktikum in einer Münchner PR Agentur beschlossen.

Filterlos: Wenn man den österreichischen Markt im europäischen Vergleich sieht: Welche Eigenarten weist dieses Land auf, welche Alleinstellungsmerkmale würden Sie herausheben?

Polan: Allgemein geht in Österreich vieles etwas langsamer als in anderen Ländern. Es wird noch viel Wert auf Traditionen und Eigenheiten gelegt. Dadurch ist besonders in der Kommunikation oft Feingefühl und Diplomatie gefragt. Auch auf unsere Branche bezogen ist die Tradition sehr präsent, wie zum Beispiel JTI mit seiner langen Unternehmensgeschichte als Austria Tabak und das Tabakmonopol mit seinem Ursprung aus der Monarchie.

Filterlos: Marketing & Kommunikation für ein Produkt, das einerseits als gesundheitsschädlich mit Werbungsverbot belegt ist, andererseits einen gewichtigen Wirtschaftsfaktor darstellt: Das muss man wohl wollen. Welche Beweggründe/Motivationen führten Sie zu diesem anspruchsvollen Job? Wie werden Sie's angehen? Welche Unterschiede sehen Sie im Vergleich zu ihrem Job bei der VIG?

Polan: Es ist tatsächlich eine besondere Herausforderung für ein Unternehmen zu kommunizieren, das in seiner Kommunikation per Gesetz ziemlich eingeschränkt ist. Da sehe ich auch den großen Unterschied zu früheren Jobs in anderen Branchen. Aber genau solche Herausforderungen machen es aus, wenn man beschließt, sich neuen Aufgaben zu stellen.

Filterlos: Wenn Sie persönliche Details preisgeben möchten: Bitte nur zu! Wer ist Silvia Polan? Musikgeschmack? Raucherin/Nichtraucherin?

Polan: Ich bin absolut reisebegeistert, ob Städtetrip in Europa oder Inselhopping in Thailand. Wenn ich nicht auf Reisen bin, mache ich in meiner Freizeit gerne Sport. Darüber hinaus bin ich auch kulturinteressiert und gehe ab und zu in die Oper oder ins Ballett. Und ja, ich rauche gelegentlich in Gesellschaft - dann natürlich Camel.

Filterlos: Stichwort: Nachhaltigkeit

Polan: Nachhaltigkeit wird manchmal für einen überstrapazierten Modebegriff gehalten. Dabei ist Langfristigkeit im Denken und Handeln für jedes Unternehmen wünschenswert und nicht nur ein Schlagwort. Bei JTI trifft Nachhaltigkeit jedenfalls auf viel mehr als nur die Unternehmensinteressen zu. Gerade bei unseren Community Investment Projekten habe ich schon erleben können, wie wertvoll langfristige Partnerschaften sind.

Filterlos: Stichwort Zusammenarbeit mit der Branchenvertretung (Kammer, Wohlfahrtseinrichtung, Monopolverwaltung). Wie gestalteten sich Ihre"Erstkontakte" mit ihren Ansprechpersonen in diesen Einrichtungen?

Polan: Ich bin erst wenige Wochen an Bord bei JTI und habe schon einige, aber noch nicht alle wichtigen Stakeholder getroffen. Unsere Branche ist sehr komplex und es ist essentiell, sich in die unterschiedlichen Aspekte einzuarbeiten, angefangen vom Produkt bishin zur Besteuerung. Ich habe hier tolle Kollegen - alles Top Profis, die mir dabei helfen.

Interview: Andreas Hierzenberger