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Wir leben Jugendschutz – und die Jugendlichen?

14.11.2017

Meinung von Corina Scharf, Trafikantin in Neumarkt am Wallersee

Unser Berufsstand hat sich immer wieder klar für den Schutz der Jugendlichen ausgesprochen- und setzt auch Taten: Wir leben den Jugendschutz, so wie er auch vom Gesetz vorgeschrieben wird. Immer öfter müssen wir Trafikanten es uns aber gefallen lassen, von jung aussehenden Kunden, die Rauchwaren kaufen wollen, angepöbelt und beschimpft zu werden, wenn wir unsere Pflicht tun und nach einem Ausweis verlangen. Mir selbst ist das schon passiert, und auch von mehreren Kolleginnen und Kollegen habe ich schon gehört, dass Beflegelungen keine Einzelfälle sind.

Unbestreitbare Tatsache ist, dass Jugendliche ihren Ausweis sogar ohne Aufforderung vorweisen müssten. Und dass der Trafikant im Zweifelsfall keine Rauchwaren herausrückt, ist nicht nur sein gutes Recht, sondern seine Pflicht. Schließlich geht es um das Vertrauen in unseren ganzen Berufsstand, was die Einhaltung des Jugendschutzes betrifft, und nicht nur ganz nebenbei drohen Zuwiderhandelnden auch empfindliche Strafen. Zu Recht, wie ich meine!

Wer also keinen Ausweis vorweisen kann-, bekommt nicht die gewünschte Ware, wenn auch nur geringste Zweifel bestehen, dass der Kunde zu jung sein könnte. Für eine Entspannung der unerfreulichen Situation im Zusammenhang mit Beschimpfungen könnte aber auch die Politik sorgen. Schließlich wurde vor einiger Zeit eine Handy-App vorgestellt, mit der das Alter eines Käufers ganz einfach via Smartphone kontrolliert werden könnte. Bitte bei der Umsetzung in die Praxis etwas Gas geben, das würde allen Seiten etwas bringen!

Corina Scharf, Trafikantin in Neumarkt am Wallersee, trafik.scharf@aon.at