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Wien könnte Cannabis-Steuern von 43 Millionen Euro erwirtschaften

04.02.2018

Studie vergleicht Städte in Bezug auf Konsum, Preis und mögliche Steuereinnahmen im Falle einer Legalisierung

Seedo ist eines der vielen neuen Unternehmen, die sich der in einigen US-Bundesstaaten frisch legalisierten Cannabis-Industrie verschrieben haben. Nun hat der Hersteller automatisierter Minigewächshäuser, hat eine Studie vorgelegt, die sich ausführlich mit den Kosten von Marihuana auseinandersetzt. 120 Städte weltweit werden darin bezüglich Gesamtkonsum, Preis pro Gramm und möglichen Steuereinnahmen in Anlehnung an lokale Steuern auf Zigaretten verglichen.

In Wien geht der Rauch auf. Wien liegt im internationalen Vergleich mit einem Gesamtverbrauch von 6,22 Tonnen Cannabis auf Platz 37 noch vor den US-Städten Denver und Boston, wo der Cannabis-Konsum legal ist. Ausgehend von einem durchschnittlichen Gramm-Preis von 10,30 Euro und einem Steuersatz von 74 Prozent kämen in der österreichischen Hauptstadt über 43 Millionen Euro an Steuereinnahmen zusammen, würde man den Konsum legalisieren und unter staatliche Kontrolle stellen. Orientierte man sich an dem niedrigeren, durchschnittlichen Steuersatz der US-Bundesstaaten, wo Marihuana legal ist, käme man immer noch auf 12 Millionen Euro.

Spitzenreiter New York. Mit Abstand am meisten Cannabis wird in New York konsumiert, nämlich über 77 Tonnen pro Jahr. „Wenn die New Yorker den in den USA durchschnittlichen Steuersatz auf Marihuana anwenden würden, dann könnten sie jährlich mit 125,12 Millionen Euro zusätzlichen Steuereinnahmen rechnen. Dieses Geld reicht dazu aus, um jedem Kind an einer öffentlichen Schule New Yorks drei Monate lang das Mittagessen zu finanzieren," so der Seedo-Manager Uri Zeevi.

Legal, illegal, total egal. Harte Strafen scheinen kaum Einfluss auf den Konsum zu haben. Zeevi dazu: „Dass der illegale Konsum von Cannabis in Ländern, die immer noch die Todesstrafe vorsehen, wie Ägypten und Pakistan so hoch ist, sollte den Mächtigen die Dringlichkeit neuer Gesetze vor Augen führen.“ Karatschi in Pakistan liegt nach New York auf Platz zwei weltweit, was den Jahreskonsum betrifft, das agyptische Kairo auf Platz 5. Zeevi weiter: „Durch die Entkriminalisierung von Marihuana werden Regierungen in der Lage sein, die Produktion besser zu regulieren, kriminelle Straßengangs zu entmachten und, wie wir in dieser Studie zeigen konnten, große Steuereinnahmen zu erwirtschaften.“