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Copyright: Fotolia.de/ von Lieres
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Deutscher Zigarettenverband sieht kein "Ende der Tabakzigarette"

Von der Freiheit der Produzenten und Konsumenten

11.01.2017

DZV-Gesch├Ąftsf├╝hrer Jan M├╝cke ├╝ber die Zigarette und warum sie eine Zukunft hat

BERLIN // Das von Philip Morris International prophezeite "Ende der Tabakzigarette" sieht der Deutscher Zigarettenverband (DZV) nicht als ein realistisches Szenario f├╝r die Zukunft an.

"Die klassische Zigarette ist und bleibt mit Abstand das beliebteste Tabakerzeugnis der Deutschen", sagt Jan M├╝cke DZV-Gesch├Ąftsf├╝hrer gegen├╝ber der Tabak Zeitung (DTZ). "Wir rechnen mit der Fortsetzung des langfristigen Trends eines geringen Absatzr├╝ckgangs zwischen ein und zwei Prozent j├Ąhrlich", so M├╝cke weiter. Neuartige Alternative Erzeugnisse, wie Heat-not-burn-Produkte und E-Zigaretten werden nach Einsch├Ątzung des DZV das Angebot erg├Ąnzen, den klassischen Tabak aber nicht ersetzen.

Insofern sei die Debatte um das "Ende der Tabakzigarette" wohl eher eine Marketingidee, um neue Produkte in hochregulierten M├Ąrkten ├╝berhaupt bekannt machen zu k├Ânnen. "Falls sich Philip Morris International aber tats├Ąchlich vom klassischen Tabak verabschieden m├Âchte, stehen die Mitgliedsunternehmen des DZV bereit, diese Marktanteile zu ├╝bernehmen und bew├Ąhrte Marken unter ihrem Dach fortzuf├╝hren", so M├╝cke.

Auch in diesem Jahr werde die Auseinandersetzung f├╝r die deutsche Tabakwirtschaft hautps├Ąchlich auf im politisch-regulativen Gebiet stattfinden. Der DZV werde alles daran setzen, dass es weder in der zu Ende gehenden noch in der kommenden Legislaturperiode ein Totalwerbeverbot f├╝r Tabakerzeugnisse geben wird.

"Die Freiheit des Konsumenten korrespondiert mit der Freiheit der Produzenten, f├╝r ihre Erzeugnisse auch werben zu k├Ânnen. Dieser marktwirtschaftliche Grundkompass muss auch k├╝nftig gelten", betont M├╝cke. "Wir lehnen jede weitere regulative Versch├Ąrfung in diesem Bereich ab, dem Jugendschutz wird in Deutschland durch die Selbstregulierung der Branche in beispielgebender Weise Rechnung getragen", so der Verbandschef. Das beweise der R├╝ckgang des Tabakkonsums bei Kindern und Jugendlichen auf nur noch 7,8 Prozent der Unter-18-J├Ąhrigen in Deutschland.

In Sachen Steuern sei die Politik gefragt, f├╝r verl├Ąssliche Marktverh├Ąltnisse zu sorgen. "Steuerschocks n├╝tzen niemandem, das wissen alle aus leidvoller Erfahrung. Wir setzen deshalb f├╝r die Zukunft auf die Fortsetzung einer ma├čvollen und planbaren Steuerpolitik. Langfristige Verl├Ąsslichkeit in der Steuerpolitik ist das beste Mittel gegen den Schmuggel, der das Gesch├Ąftsmodell der Hersteller und des Handels bedroht", sagt M├╝cke.

 

Dieser Artikel erschien urspr├╝nglich auf dtz-online.de.